Gruppenreise
In Zeiten der immer häufiger werdenden Singe-Haushalte und der verstärkt vorkommenden Anonymisierung in Großstädten bietet sich eine Gruppenreise an, um dennoch nicht allein in Urlaub fahren zu müssen. Gruppenreisen bieten nicht nur die schnelle Kontaktaufnahme zwischen Personen mit gleichen Interessenslagen und ähnlicher Altersstruktur, sondern ermöglichen auch finanzielle Vorteile. Viele Reiseveranstalter räumen Gruppen höhere Rabatte ein als Einzelreisenden.
Eintrittspreise zahlreicher sehenswerter Einrichtungen sind deutlich geringer, der Verhandlungsspielraum erheblich größer. Der gesamte Tagesablauf ist häufig straff von den Gruppenleitern durchorganisiert und gut vorbereitet, ohne dass sich ein einzelner Teilnehmer planerisch betätigen oder gezielt auf die Reise vorbereiten muss, wozu vielen Urlaubern im Vorfeld auch einfach nur die nötige Zeit fehlt.
Allerdings werden diese Vorteile zu Lasten nicht unerheblicher persönlicher Einschränkungen erkauft. Zuallererst wäre die zeitliche Flexibilität zu nennen. Gruppenreisen sind fixiert auf nur wenige Termine, zeitliche Verschiebungen, mit denen alle Gruppenteilnehmer einverstanden sind, fast unmöglich. Auch während der Gruppenreise ist ein Teilnehmer dem Gruppenzwang untergeordnet. Veranstaltungen können nur als ganze Gruppe gebucht werden, gemeinsame Mahlzeiten werden zur Pflicht. Zwar werden den einzelnen Teilnehmern auch genügend Freiheiten eingeräumt, die Freizeit individuell zu gestalten und gelegentlich aus den Zwängen auszubrechen, dennoch ist man größtenteils gebunden. Zu häufiges Fernbleiben der Gruppe schürt zudem soziale Konflikte.
Dennoch erfreuen sich Gruppenreisen zunehmender Beliebtheit. Insbesondere Fernreisen werden gerne in dieser Form gebucht, um sich von den häufig anfallenden Einreiseformalitäten zu befreien. Gut ausgebildete Reiseführer führen die Gruppen gezielt zu den landestypischen Sehenswürdigkeiten und helfen sprachlich bei der Kontaktaufnahme zu Einheimischen.
Eine Gruppenreise ist sicherlich eine bequeme Form des Reisens, bei der aber die intensive Form der persönlichen Reisevorbereitung zu Lasten der Individualität in andere Hände gelegt wird.
Regina said,
Mai 19, 2008 @ 15:11
Gruppenreisen müssen ja nicht immer “fern organisiert” sein. Zusammen mit zwei Freundinnen habe ich vor wenigen Wochen einen Trip nach Rom geplant. Wir haben uns für ein Ferienhaus in der nahen Umgebung der Stadt entschieden, weil wir auf der Seite von http://www.vacando.de ein unschlagbares Angebot gefunden haben. Und dann haben wir den Selbstversuch gestartet. Wir haben ein Ferienhaus für 12 Personen gemietet und Freunden und Bekannten davon erzählt. Wie ein Schnellballsystem hat sich das ganze verbreitet und in kurzer Zeit hatten wir viele “Anfragen” ob denn noch ein Platz frei sei! Jetzt sind wir eine Gruppe von 12 Leuten, die sich untereinander nur über ein paar Ecken kennen und dennoch einen schönen Urlaub haben werden. Dass darunter die Individualität leidet, kann ich nicht sagen.